Gym Class Heroes

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Die vier Turnstundenhelden haben schon einen ganz besonderen Humor. Der Song "Cookie Jar" vom neuen Album "The Quilt" sprüht mal wieder vor hintersinnigen Doppeldeutigkeiten und ...
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Biografie

Biografie

Cover The QuiltThe Quilt

Wer bisher schon dachte, die GYM CLASS HEROES seien in keine Schublade zu packen, wird mit The Quilt noch eine große Überraschung erleben. Denn das, was auf The Quilt zu hören ist, wird seinem Namen vollauf gerecht: „Flickenteppich“ heißt das nämlich auf gut Deutsch, und tatsächlich waren die GYM CLASS HEROES noch nie so bunt wie jetzt auf dem Nachfolger zu As Cruel As School Children. Hier haben sie ihren ganz eigenen Mix aus HipHop, Rock, Soul und Punk nicht nur erheblich erweitert, sie haben ihn auf ein ganz neues Level gehoben.
 
Als die Jugendfreunde Travis McCoy und Matt Gilney vor fast einer Dekade im Upstate New York ihre Band gründeten, hätten sie selbst nicht gedacht, wie erfolgreich sie damit werden würden. Wie kann man auch vorhersehen, dass man einen US-No.-3-Hit in die Menge wirft, wie es mit Cupid’s Chokehold / Breakfast In America geschehen ist? Oder dass sie einen MTV Video Music Award in der Kategorie „Best New Artist“ mit nach Hause nehmen würden? Und trotzdem, das alles ist für sie vor allem eine weitere Quelle für Inspirationen.

„Alles, was uns in den letzten paar Jahren passiert ist, ist nur ein Teil dieses größeren Dings, und so sind alle Erfahrungen, die wir mit dem Erfolg und allem in den letzten Jahren gemacht haben, nur Teile in diesem großen Flickenteppich“, erklärt Frontmann Travis McCoy den Titel des neuen Albums. „Wir mussten uns sozusagen mit dieser harten Arbeit für das neue Jahr bedecken, aber am Ende hat es sich ausbezahlt, indem wir ein richtig cooles Album aufgenommen haben.“

Um ihren Bandsound voll verwirklichen zu können, haben sich Travis McCoy, Drummer Matt Gilney, Gitarrist Disashi Lumumba-Kasongo und Bassmann Eric Roberts sich für die Aufnahmen zusammen in einen Raum gestellt und das komplette Album fast unter Live-Bedingungen gemeinsam eingespielt. Dazu luden sie sich einen bunt gemischten Stab an Produzenten, zu denen u.a. Cool & Dre (The Game, Ja Rule), The-Dream (der übrigens Rihannas „Umbrella“ schrieb), und ihren alten Kumpel Patrick Stump von Fall Out Boy, der auf den vorangegangenen Alben The Papercut Chronicles und As Cruel As School Children bereits dabei war, ins Studio ein. Das Ergebnis ist ein Album, das sehr deutlich zeigt, wie sehr GYM CLASS HEROES in den vergangenen Jahren sowohl als Musiker als auch als Persönlichkeiten gewachsen sind. „Ich bin sehr gespannt und neugierig darauf zu sehen, wie die Leute das Album aufnehmen, denn wir haben definitiv viel Kraft investiert“, erklärt McCoy. „Ich denke, das Album davor war ziemlich verspielt; das ist dieses zwar auch, aber es gibt auch einige ernste Ansätze.“

Das Verspielte bricht sich auf jeden Fall auf der ersten Single Cookie Jar Bahn, in dem McCoy nicht mit seinen sorgfältig ausgearbeiteten Metaphern spart. Mit The-Dream als featured Artist besitzt die sorglose Sommerhymne ein entschieden clubbiges Dance-Feeling, wie es die Band bisher so noch nicht auf die Beine gestellt hat.
„Ich glaube, dass wir uns an diesem Punkt nichts mehr beweisen müssen, deshalb konnten wir auch einen Track wie Cookie Jar machen“, so McCoy weiter. „Das letzte, was wir mit diesem Album hätten machen wollen, wäre mit einem vorausgeplanten Vibe an die Sache heranzugehen. Stattdessen wollten wir Songs schreiben, die sich gut für uns anfühlten – und wenn sie in sich stimmig und gut geschrieben sind, muss man sich auch keine Sorgen darum machen, dass sie alle irgendwie ähnlich klingen.“

Dabei ist The Quilt in sich vielfältiger als alles, was GYM CLASS HEROES bisher auf die Silberscheibe brachten. So kommt Guilty As Charged als ein Neo-Gospel daher und featuret die West Londoner Soul-Sensation Estelle. Auf der HipHop-Hymne Peace Sign/Index Down glänzt Rap-Legende Busta Rhymes und mit Like Father, Like Son (Papa’s Song) haben die Fitness-Helden gar einen zeitlosen Pop-Hit geschrieben, der sich um eine einfache Piano-Melodie herumspinnt. Das perfekte Umfeld für McCoy, der auf dem Track darüber sinniert, wie seine Kindheit ihn zu dem Mann gemacht hat, der er heute ist. Dann gibt es noch den denkwürdigen Song Live Forever (Fly With Me), auf dem Daryl Hall von Hall & Oates zu hören ist – eines der Idole McCoys. Ein beeindruckendes Beispiel für die ernstere Seite des Albums.

„Ich bin ein Riesen-Hall & Oates-Fan, und die Tatsache, dass Daryl Hall auf Live Forever mitgearbeitet hat, macht den Song für mich zu einer persönlichen Sache,“ erzählt McCoy. Auch textlich schlägt der Track eine persönliche Saite an, denn er beruht auf der traurigen Tatsache, dass McCoys Cousin im letzten Jahr Selbstmord beging – was man beim Hören vielleicht nicht sofort bemerkt. „Ich war immer von Songs fasziniert, die unschuldig klingen, oder die spaßig und verspielt wirken, aber wenn man ihnen genau zuhört, bemerkt man, dass viel mehr in ihnen steckt, als an der Oberfläche zu sehen ist.“

Nachdrücklich weist McCoy zudem darauf hin, wie sehr alle Beteiligten über sich selbst hinausgewachsen sind, besonders Lumumba-Kasongo, der auf Home eine Van Halen-würdige Gitarre abgeliefert hat.
„Oh, der Typ hat sich auf diesem Album gleich um mehrere Stufen weiter entwickelt“, lacht McCoy und ergänzt. „Wir kamen auf dem letzten Album leider nicht so richtig dazu, Disashis beste Seiten heraus zu stellen, aber auf diesem Album hat er wirklich einige Gelegenheiten, auf denen er glänzt. Das ist schön, denn er ist ein so talentierter Gitarrist.“

Nach allen Erfolgen und dem daraus folgenden Wachstum der Band in den letzten Jahren, das man auf The Quilt heraushören kann, besteht McCoy trotzdem darauf, dass GYM CLASS HEROES noch ganz am Anfang stehen. „Ich glaube, der Tag, an dem wir zufrieden mit dem sind, was die GYM CLASS HEROES sind, kommt erst, wenn jeder von uns etwas ganz anderes machen will“, so McCoy. „Und erst, wenn wir den Hunger nicht mehr spüren, wird es Zeit etwas anderes zu machen. Aber jetzt im Moment sind wir mindestens genau so hungrig wie vor fünf Jahren… wir verhungern förmlich!“   

Mit  Cupid’s Chokehold, das den Refrain aus dem Supertramp-Hit Breakfast in America adaptierte und Patrick Stump als Gastsänger featurete, landeten die GYM CLASS HEROES im letzten Jahr einen internationalen Hit, der sich in den USA hoch platzierte. Das dazugehörige Album As Cruel As School Children erreichte US-Gold und bescherte den HEROES auf den MTV Video Music Awards 2007 die Auszeichnung „Best New Artist“.
Frontmann Travis McCoy ist übrigens seit einiger Zeit mit der großartigen Newcomerin Katy Perry liiert, deren Single I Kissed A Girl sich auf Platz 1 der US-Charts und Position 1 (!) der deutschen iTunes-Charts  spielte!

Gym Class Heroes

Wenn GYMCLASSHEROES ihre Muskeln spielen lassen, dann fallen nicht nur Beats, kräftig dahin gerollte Raps und alle erdenklichen Formen von Sample-Zauberei, sondern dann gibt es dazu auch noch Spaß, Humor, Doppelbödigkeit und jede Menge unterhaltsame Spielchen. „As Cruel As School Children ist ein hundertprozentiges Sommer-Album“, so Frontmann Travis McCoy. „HipHop hat in den letzten Jahren weitgehend seinen Spaßfaktor verloren. Alle nehmen sich selbst viel zu wichtig und haben HipHop zu einer reinen Modeshow verkommen lassen. Wir wollten so viel Spaß wie möglich in die Vibes des Albums bringen.“ Gesagt, getan, gelungen. Die GYMCLASSHEROES auf dem Weg, den Fun im HipHop zu retten.

Und das gelingt der vierköpfigen Formation aus Geneva, New York, zusammen mit den Produzenten S*A*M (Sam Hollander: Method Man, The Sounds, Earth Wind & Fire) und Sluggo (Dave Katz, alter Kollege von Who-Ikone Roger Daltrey) in Co-Produktion mit einem guten Kumpel namens Patrick Stump (Fall Out Boy). Für As Cruel As School Children haben GYMCLASSHEROES dazu noch einige Bekannte als Gaststars eingeladen: William Beckett von The Academy Is... (auf 7 Days) und Speech von Arrested Development, der sein unverwechselbares MCing für Biter’s Block zur Verfügung stellt. „Das ist eine echte Ehre,“ erklärt McCoy. „Ein Grammy-Künstler auf unserem Album. Ich kann gar nicht genug betonen, wie viel uns das bedeutet.“

Die GYMCLASSHEROES haben eine Vision, die weit über puren HipHop hinausgeht und erst da anfängt, wo Grenzen überschritten werden. „Unsere Musik hat ihre Wurzeln auf jeden Fall im HipHop,“ erklärt McCoy. „Aber sie beschränkt sich nicht darauf. Wir haben uns nie in eine Ecke stellen lassen, und deshalb fällt es uns leicht, vor ganz verschiedenem Publikum zu spielen - von Jam-Band-Fans und Death Metal-Fans bis hin zu HipHop-Fans.“
In der Tat: As Cruel As School Children ist voll von unterschiedlichen Grooves und organisch gewachsenen Stilbastarden. Nichts für Puristen, stammen die Einflüsse von extrem unterschiedlichen Künstlern, etwa von Klangprovokateuren wie Radiohead oder Interpol, aber auch von Balladenfachleuten wie Phil Collins und Hall & Oates. Wichtig für den Sound der GYMCLASSHEROES ist der funkgeprägte Mainstream des 80er-Jahre-R&B, zu dem auch Prince und Ready For The World gehören. „Ihre Musik war nicht nur locker und auf ihre Art unschuldig, sie war auch handwerklich sehr gut gemacht,“ stellt McCoy fest. „Einige der Arrangements hauen mich wirklich um. Es sind Songs, die für immer Gültigkeit haben. Das sind unsere Orientierungspunkte, und deshalb singe ich auch mehr als früher. Die meisten Rapper haben Angst vor Melodien. Warum bloß? Mann, mit Melodien kriegt man die Girls!“ Und so basteln GYMCLASSHEROES schließlich an einer frischen und unschuldigen Vision des R&B - nicht nur grausam, auch so naiv und neugierig wie Schulkinder.

Bei den GYMCLASSHEROES sieht auf den ersten Blick alles anders aus, als es auf den zweiten ist. So klingt das Album zwar fast durchgehend sommerlich beschwingt, aber oft haben die Texte einen ernsten Hintergrund, etwa The Queen And I: „Das ist ein sehr persönlicher Song,“ erläutert Travis. „Es geht um Girls, die gern Alkohol trinken und etwas zu viel gute Zeit haben wollen. Ich bin ein bißchen auf die Idee von Girls und Alkohol fixiert, und der Song erzählt ein ziemliches Drama, obwohl man das bei dem Vibe nicht ahnen würde. Aber so macht Musik wirklich Spaß. Man hat einen Song, der hört sich locker und poppig an, und wenn man auf die Texte achtet, dann denkt man: ‚Moment mal, hat der das eben wirklich gesungen...?’ Wenn man nicht hinhört, denkt man, das ist nur ein üblicher Radiosong, und dann offenbart sich plötzlich viel mehr als das.“

So der rote Faden, der sich durch da ganze Album zieht: An der Oberfläche: Spaß und lockere Beats - darunter: scharfer persönlicher oder gesellschaftlicher Kommentar. Bis hin zum Titel: „Eine Metapher für die Welt in der Gegenwart. Sie schlängelt sich durch Mittagsgeld-Erpressungen und Unsicherheiten. Wenn Du das begriffen hast, dann kannst du dich entschließen, deine eigenen Regeln aufzustellen und auf die Meinung der anderen zu pfeifen. Dann erst fängst du an, dein Leben zu leben.“ Von Anfang an haben GYMCLASSHEROES sich dieser Philosophie der Unabhängigkeit verschrieben, auch musikalisch. „Wir spielen nach unseren eigenen Regeln,“ bestätigt McCoy. „Wir sind nicht daran interessiert, uns, oder das was wir machen, irgendwie zu verändern, um jemand anderen glücklich zu machen. das macht es umso cooler, wenn Leute auf uns aufmerksam werden.“

Die Wurzeln von GYMCLASSHEROES reichen bis in das Jahr 1997 zurück, als McCoy den Drummer Matt McGinley in einem Sportunterricht traf (wo sonst?). Und als die beiden Freunde Anfang 2001 Gitarrist Disashi Lumumba-Kasongo und Bassist Eric Roberts dazu holten, waren GYMCLASSHEROES offiziell gegründet. Ihr Ziel: Eine neue Farbpalette für HipHop zu entwickeln und sie mit Live-Instrumentierung packend auf die Bühne zu bringen. Monatelang gingen sie auf Tour, und der ersten musikalischen Präsentation For The Kids folgte 2003 The Papercut Chronicles. Peter Wentz, Gründer des Labels Decaydence wurde auf sie aufmerksam und signte sie für Decaydence/Fueled by Ramen.
Die folgenden zwei Jahre taten sie, was sie am besten können: Touren. GYMCLASSHEROES spielten eine fast ausverkaufte Headliner-Tour durch die USA, reisten bei Vans Warped mit und gingen auf Welttournee mit Fall Out Boy. Anfang 2006 ging es von der Straße ins Studio - um mit As Cruel As School Children ihr Meisterwerk einzuspielen.

„In gewissem Sinne sind wir das Kid auf dem Artwork,“ schließt McCoy. „Jeder hat so seine Idee davon, wer er ist und wer er sein müsste. Er lächelt, aber er ändert sich nicht. Stattdessen wartet er und beobachtet die Welt um sich herum, bis sie ihre Standards ändert. Dieses Album ist der Mittelfinger, den er der Welt entgegenhält...“

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